Das eigene dynamische 12 Ebenen Modell

Gesundheit ist aus meiner Sicht keine Selbstverständlichkeit, sondern ein kreativ zu gestaltender Prozess der auf 12 dynamischen Ebenen des Lebens täglich aufs Neue gelebt wird. Dabei werden einerseits eher aktivere Phasen und andererseits eher Phasen der Ruhe und Entspannung gelebt. Ein gelungenes, individuelles Zusammenspiel der dynamischen 12 Ebenen unseres Lebens ermöglicht uns erst das Gefühl von Gesundheit, Zufriedenheit und Momenten des Glücks zu verspüren.

Ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit besteht im Sinne von Carl Rogers darin, eine von Achtung, Wertschätzung und Verstehen geprägte Therapie zu ermöglichen. Dabei kann sich Starrheit zu Beweglichkeit, statisches Beharren zu Entwicklung, Abhängigkeit zu Autonomie und Abwehrhaltung zu Selbstannahme und Selbstverwirklichung hin entwickeln.

Das 12 Ebenen Modell – der Versuch einer Annäherung

Jedes Atom besteht aus einem Kern der von Elektronen umgeben ist. So verhält es sich, sinnbildlich betrachtet, auch beim dynamischen 12 Ebenen Modell. Wie in der Mitte des Atoms dargestellt, so steht der Mensch im Zentrum des Zusammen- und Wechselspiels der 12 dynamischen Ebenen des Lebens. Diese 12 dynamischen Ebenen ergänzen sich aneinander. Krankheit, wie mannigfaltig sie auch persönlich erlebt wird, kann sich aus meiner Betrachtung, auf allen 12 dynamischen Ebenen des Lebens ereignen und kann durch jede einzelne dynamische Ebene des Lebens ausgelöst werden. Alle 12 Ebenen verbindet die Liebe und die Freude sich zu entfalten und das eigene Leben individuell, schöpferisch, kreativ und gemeinsam mit anderen Menschen zu gestalten.

 

Die 12 dynamischen Ebenen

  • Familie
  • Beruf(ung)
  • Ernährung, Genuss
  • ICH-Zeit & EigenSINN
  • Körper, Bewegung, Natur
  • FreundInnen, soziales Netz
  • Entspannung, Ruhe & Schlaf
  • Partnerschaft, Liebe, Sexualität
  • Transzendenz, Glaube, Spiritualität
  • Wohnsituation, Finanzielles, Materielles
  • Soziale Prägungen, Veranlagungen, Werte
  • Individuell-Kreatives, Schöpferisches, Ästhetik

 

Die Arbeit mit dem dynamischen 12 Ebenen Modell

Die Liebe und Hinwendung zu unserem Selbst, für andere, zur Musik und den unterschiedlichsten Dingen, den Leidenschaften des Lebens, wird uns im musiktherapeutischen TUN immer wieder begegnen.

Wir werden versuchen das eigene Herz wieder zu erspüren und erlebten „Stress“, hohe Ansprüche und Perfektionsstreben zu erkennen und das gelebte und nicht gelebte Leben innerhalb der 12 dynamischen Ebenen gemeinsam erkunden.

Ein hartes Herz, Stress, hohe Ansprüche und Perfektionsstreben sind Auslöser für viele Erkrankungen. Wenn wir lernen Bilder, Vorstellungen, Meinungen, darüber wie mein Gegenüber ist oder zu sein hat, loszulassen, können wir erst das Wahrhaftige Selbst unseres Gegenübers erkennen.

Am Beginn der Therapie führen wir ein Gespräch. Im Anschluß daran, werden wir mittels einer Aufstellung mit Musikinstrumenten, das gewachsene und eigene System darstellen. Damit verbunden ist zumeist auch die visuelle Darstellung der eigenen Lebenslinie für den bisherigen Verlauf des Lebens. So kann im Verlauf erkannt werden was sich als wahrhaftig zeigt und wie und womit wir weiterarbeiten können und werden.

Der zur Zeit gangbare Weg und neue Möglichkeiten zur Entfaltung für die Zukunft, wird in Ruhe gemeinsam erarbeitet. Wenn die Achtsamkeit und das Bewusstsein für das dynamische Wechselspiel der 12 Ebenen wieder stärker verankert sind, kann Liebe, Zufriedenheit, Gesundheit und Glück wieder aufs Neue erlebt werden.

Krankheit kann sich auf allen 12 dynamischen Ebenen des Lebens ereignen und entwickeln, denn alle 12 Ebenen agieren dynamisch miteinander und sind an ihren Schnittpunkten miteinander verbunden.

 

Der Mensch als bio-psycho-sozial-transzendentes Wesen

Die biologischen, psychischen und sozialen Systeme stehen in intensivem Austausch. Sie beeinflussen einander, gehen aber nicht ineinander auf und lassen sich auch nicht durch einander ersetzen oder erklären (Maturana & Varela, 1987). So hat auch jedes dieser drei Systeme seine eigene ‚Sprache‘. Erleben, Gedächtnis und Körper sind eng miteinander verzahnt. Inzwischen liegen erste Befunde vor, die zeigen, wie sich im Rahmen von psychotherapeutischen Behandlungen, seelische Strukturveränderungen auch biologisch niederschlagen und zu einer Veränderung der neuronalen Struktur führen. Allgemein ist heute davon auszugehen, dass die meisten schweren Depressionen Folge des Zusammenspiels unterschiedlicher biologischer, psychischer und sozialer Faktoren sind (vgl. Böker & Hell, 2002, S. 2). Richter und Eikelmann (1999) streichen dabei die tiefgreifende Bedeutung von psychosozialen Stressoren für den Verlauf von psychischen Erkrankungen heraus.

Wenn es etwa im Verlauf eines Lebens zum Scheitern auf beruflicher Ebene kommt, so ist dies nicht losgelöst von allen anderen dynamischen Ebenen. Es geht dabei auch um die soziale Rolle, den Sinn im Leben, um Menschenwürde, die Zugehörigkeit, um Struktur, Selbstwert, Familiengründung u.a. Auch in der Partnersuche und der Erfüllung von Kinder- und Familienwünschen kann man scheitern. So kommt es oft zu einem großen Konfliktpotenzial, das in schwere Sinnkrisen und den unterschiedlichsten Formen von Erkrankungen führen kann.

Konsumorientierung und zunehmender Wohlstand ergänzen durch oberflächliche, narzisstische Kriterien wie perfektes Schönheitsideal, Geld und Macht, die früheren Motive der Nachkriegszeit: Partnerschaft, Liebe, Geborgenheit und Nähe. PartnerInnen dienen dabei eher der eigenen Bedürfnisbefriedigung, als dass es um ein gemeinsam orientiertes Wachstum geht (vgl. Decker Voigt, Oberegelsbacher & Timmermann, 2008, S. 241f.).

In dem von mir entwickelten dynamischen 12 Ebenen Modell findet noch ein viertes System Berücksichtigung: das philosophisch-theologische System der ‚Transzendenz‘. Es wird dabei ähnlich wie im Sinne von Luhmann (1980) als ein ‚gedankliches Überschreiten der Immanenz‘ und auch als Bewusstsein, Geist oder auch Synonym für ‚Gott‘ betrachtet.  

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